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In memoriam Willi Resetarits

Als Willi Resetarits am 24. April d.J. bei einem Sturz auf der Treppe seines Hauses in Floridsdorf-Bruckhausen starb, war mir nicht bewusst, was Dr. Kurt Ostbahn, wie er sich einige Zeit nannte, außer Musizieren und Singen noch für Bedeutung hatte. Dann erst las ich von seinem Engagement für SOS Mitmensch, Asyl in Not und das Integrationshaus. Und als Weggefährten, Mitarbeiter und Bewunderer in Interviews über ihn in den höchsten Tönen sprachen – Menschenfreund, Empathie für die Ärmsten und Benachteiligten, Sorge um Flüchtlinge, Menschenrechtsaktivist -, erinnerte das meine Frau und mich sehr an Narrative von Jesus, die in den Evangelien nachgelesen werden können oder von den Exegeten herausgefunden wurden: sein Gebot der Nächstenliebe, sein Wort von der Würde des Menschen ohne jedes Wenn und Aber, seine Aufforderung zur Hilfe für den unmittelbar Nächsten (Samariterperikope), seine Gabe der Heilung physisch und psychisch Kranker. Doch noch zögerte ich, diesen Blog zu schreiben, weil Willi mit einem Gott und der katholischen Kirche wenig bis gar nichts am Hut hatte. Abgesehen davon, dass er 2011 aus dem Buch „Da Jesus und seine Hawara“ von Wolfgang Teuschl mit Gitarrenbegleitung rezitierte. Dann aber kam ein Wink: Beim Gottesdienst letzten Samstag abends in der katholischen Ruprechtskirche (Wien-Innenstadt) berichtete der Laienprediger vom Begräbnis von Willi Resetarits, würdigte sein soziales Engagement und brachte ein großes Foto mit, damit Willi während des Restes des Gottesdienstes bei uns sein könne.

Da wurde mir ganz deutlich, dass christliche Werte nicht nur in christlichen Kirchen gelebt werden, sondern dass die Botschaft Jesu schon weit in die Welt hineingetragen wurde und dort gelebt wird. Auch unsere Jugend begreift schon Bewahrung der Schöpfung und Solidarität mit den Nächsten, und das weitestgehend ohne katholische Kirche. Hoffnung auf eine bessere Welt, Gott und ein raum-zeitloses Leben im Transzendenten wird ihr wohl erst später in den Blick kommen. Vielleicht bekam Willi bei seiner Befassung mit „Jesus und seinen Hawaran“ schon eine Ahnung davon.

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