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  • Wolfgang Oberndorfer

Gebet für den Frieden

Jesus sagte: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Mt 5,9)


Ich denke mir, dass wir mehr um den Frieden beten sollten. Ich denke dabei an Kriegshandlungen, an Terrorangriffe, an Demonstrationen, die aus dem Ruder laufen, an Bandenkriege. Ich denke aber auch an zwischenmenschliche Konflikte, an Nachbarschaftsstreite, an Hasspostings in den sozialen Medien, an Schlechtmachen von Politikern, an Beschimpfungen in Familien und an alles, was zu unversöhnlichen Standpunkten führt.


Ich wünsche mir mit dem vor Kurzem verstorbenen Theologen Hans Küng als Wichtigstes Frieden zwischen den Religionen, und dann Frieden zwischen den Atommächten, zwischen den Völkern, zwischen den Regionen, zwischen den Rassen, zwischen den Klassen, zwischen den Geschlechtern, zwischen Alten und Jungen, zwischen Fundamentalisten und Andersdenkenden, zwischen Dir und mir.


Ich schlage deshalb vor, den Engel des Herrn (Angelus) mit einer metaphorischen Bedeutung der drei Ansagen für Friedensstifter zu beten:

„Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft und sie empfing vom Heiligen Geist“ entspricht der Bitte, dass Gott potentielle Friedensstifter fragt, ob sie sich für den Frieden einsetzen wollen.

„Maria sprach: Siehe ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort“ entspricht der Hoffnung, dass die Angesprochenen dem Ruf Gottes zustimmen und sich für die Friedensstiftung bereit machen.

„Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ entspricht der Hoffnung, dass die Friedensstifter die in der Botschaft Jesu steckende Offenbarung Gottes versuchen umzusetzen gemäß den Worten Jesu: „Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden“ (Mt 5,9) und „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen“ (Mt 5,44) und „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch“ (Joh 14,27).


Auf diese Weise können wir uns der Tradition bedienen, um eine große Zukunftsaufgabe mit der Hilfe Gottes anzugehen.


Beten wir gemeinsam für den Frieden. Täglich. „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt“ (Mt 28,20).

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